Mund und Hals

Zahnschmerzen: Ursachen, Behandlungen, Tipps

Sie verspüren ein Ziehen, Bohren oder Pochen an einem Zahn? Oder beim Kontakt mit Süssem, Saurem, Scharfem, Heissem oder Kaltem oder beim Kauen  schiesst ein heftiger Schmerz in einen Zahn? Akute Zahnschmerzen können sehr intensiv und äusserst unangenehm sein. Vielen Menschen tut irgendwann einmal im Leben ein Zahn weh. Zahnschmerzen sind ein Warnsignal dafür, dass mit Ihren Zähnen oder in Ihrem Mund etwas nicht stimmt.

Welche Ursachen können Zahnschmerzen haben?

Zahnschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Der Grund kann ein kranker Zahn, aber auch eine andere Erkrankung im Mund sein. Manchmal liegt die Wurzel der Zahnschmerzen auch in einem anderen Bereich des Körpers.

Zahnschmerzen können Menschen jeglichen Alters betreffen – Erwachsene, Jugendliche und auch schon kleine Kinder. So kann zum Beispiel das Zahnen bei Kindern oder der Durchbruch der Weisheitszähne ein unangenehmer und schmerzhafter Prozess sein.

Zu den häufigsten Ursachen von Zahnschmerzen gehören:

  • Karies: Die Hauptverursacher von Karies sind Bakterien, meist Streptococcus mutans. Bei eine schlechten Mund- und Zahnhygiene bilden sich Zahnbeläge (Plaque), in denen sich Bakterien ansiedeln und vermehren. Sie greifen die Zähne an und schädigen sie. Karies ist weit verbreitet und betrifft viele Menschen, auch in der Schweiz. Expertinnen und Experten bezeichnen sie daher auch als „Volkskrankheit“.
  • Parodontitis: Dies ist eine Entzündung, die den gesamten Zahnhalteapparat erfasst. Bei einer Parodontitis spielen ebenfalls Bakterien eine wichtige Rolle spielen. Die Zähne lockern sich aufgrund der Entzündungen mit der Zeit und können schliesslich ausfallen.
  • Zahnfleischentzündung (Gingivitis): Die wichtigste Ursache sind Zahnbeläge am Zahnfleischrand, in denen sich Bakterien ansammeln. Sie können Entzündungen des Zahnfleischs und Zahnschmerzen auslösen. Typisch ist, dass das Zahnfleisch gerötet ist, anschwillt und blutet.
  • Freiliegende Zahnhälse: Wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht, liegen die empfindlichen Zahnhälse frei. Beim Kontakt mit süssen, sauren, scharfen, heissen oder kalten Speisen und Getränken, können Zahnschmerzen entstehen.
  • Zahnwurzelentzündung (Pulpitis): Bakterien können tief in das weiche Gewebe (Zahnmark) der Zahnwurzel eindringen und dort Entzündungen hervorrufen. Dies kann zum Beispiel bei Karies, Rissen im Zahn oder undichten Füllungen der Fall sein. Die Zahnschmerzen können besonders intensiv und oft unerträglich sein.
  • Abszess am Zahn: Eine Zahnwurzelentzündung kann sich auf benachbartes Gewebe und den Kieferknochen ausdehnen. Es kann ein Abszess entstehen, bei dem sich Eiter ansammelt. Die Zahnschmerzen sind dauerhaft und intensiv.
  • Zähneknirschen (Bruxismus): Viele Menschen knirschen mit den Zähnen, besonders nachts. Das Zähneknirschen reibt die Zähne mit der Zeit ab und die oberste Schutzschicht wird abgetragen. Dann wirkt der Druck beim Kauen direkt auf das Zahnbein oder die Wurzelhaut ein – Zahnschmerzen können die Folge sein.
  • Zahnersatz (z. Kronen, Teilkronen, Brücken), Zahnspangen oder Prothesen, die nicht richtig sitzen, können Zahnschmerzen verursachen.
  • Zahndurchbruch: Bei kleinen Kindern brechen die Milchzähne durch, was mit Zahnschmerzen verbunden sein kann. Auch der Durchbruch der Weisheitszähne bei Erwachsenen kann schmerzhaft sein.
  • Abgebrochener Zahn: Ein Unfall beim Sport, im Strassenverkehr, im Haushalt oder in der Schule oder Arbeit kann zu einer Zahnfraktur führen.
  • Aphthen: Dies sind entzündete Stellen an der Mundschleimhaut, die oft sehr schmerzhaft sind. Aphthen können verschiedene Bereiche im Mund betreffen, auch das Zahnfleisch, und somit mit Zahnschmerzen verbunden sein. Bei vielen Menschen bilden sich Aphthen immer wieder. Besonders unangenehm sind Aphthen beim Essen (z.B. scharf, sauer, heiss).

 

💡 Schon gewusst?

  1. Manchmal liegen die Ursachen von Zahnschmerzen nicht im Mund oder an den Zähnen, sondern an einer ganz anderen Stelle des Körpers.
  2. So kann zum Beispiel eine Erkältung oder Nasennebenhöhlenentzündung mit Zahnschmerzen verbunden sein.

Was tun bei Zahnschmerzen?

Zahnschmerzen können sehr plötzlich und akut einsetzen und manchmal wieder vergehen. Meist ist die Schmerzfreiheit aber nur vorübergehend und die Zahnschmerzen setzen irgendwann erneut ein. Wichtig ist daher ein zeitnaher Besuch in Ihrer Zahnarztpraxis, um der Ursache Ihrer Zahnschmerzen auf den Grund zu gehen. Die Behandlung hängt immer von der Ursache ab. Wenn Zahnärztinnen und Zahnärzte diese behandeln, zum Beispiel Karies, eine Zahnfleischentzündung oder Parodontitis, haben Sie gute Chancen, Ihre Zahnschmerzen auch langfristig loszuwerden.

Bis zum Zahnarztbesuch können Sie selbst etwas tun, um die Zahnschmerzen in den Griff zu bekommen. Bei akuten Zahnschmerzen können Schmerzmittel helfen. Geeignet sind Schmerzmedikamente aus der Gruppe der Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), zum Beispiel der Wirkstoff Ibuprofen oder Diclofenac. NSAR wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend. Auch der Wirkstoff Paracetamol kann durch seine schmerzlindernde Wirkung bei Zahnschmerzen helfen.

Zusätzlich gibt es Präparate, die Reizungen und Schädigungen der Mundschleimhaut und der Lippen lindern können, zum Beispiel Aphthen. Sie besitzen schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkungen und gehen auch gegen Bakterien und Pilze vor.

Auch homöopathische Mittel können bei verschiedenen Mund- und Zahnproblemen helfen. Manche eignen sich schon für Babys und Kinder, zum Beispiel bei Problemen mit dem Zahnen. Homöopathische Mittel gibt es zum Beispiel als Gel oder Kügelchen.

Daneben sind verschiedene Hausmittel bekannt, die Zahnschmerzen vorübergehend – bis zum Zahnarztbesuch – lindern können. Einige Beispiele:

  • Nelken gelten als bewährtes Hausmittel bei Zahnschmerzen. Nelken enthalten Eugenol, welches schmerzlindernd, entzündungshemmend und antibakteriell wirkt. Es gibt Gewürznelken, die Sie kauen können, oder verdünntes Nelkenöl, mit dem Sie die betroffene Stelle vorsichtig betupfen. Achtung: Nelken können die Schleimhaut reizen. Bei empfindlicher Mundschleimhaut besser darauf verzichten.
  • Kühlen: Kälte kann schmerzlindernd wirken. Kühlen Sie die schmerzende Stelle mit einem kalten Handtuch, kühlen Kompressen oder Eis, aber Achtung: Legen Sie Eis nie direkt auf die Haut, sondern geben Sie ein Handtuch dazwischen. Denn: Es drohen Erfrierungen.
  • Mundspülungen mit Kräutertee: Spülen Sie Ihren Mund mit einem Kräutertee, zum Beispiel aus Kamille oder Salbei. Die Pflanzen besitzen entzündungshemmende Wirkungen.
  • Salzlösungen: Salz besitzt unter anderem eine antibakterielle Wirkung. Spülen Sie Ihren Mund mit einer Salzwasserlösung, aber schlucken Sie die Lösung nicht!
  • Teebaumöl: Gurgeln Sie mit verdünntem Teebaumöl oder tupfen Sie die schmerzende Stelle vorsichtig damit ab. Teebaumöl besitzt desinfizierende und

Zahnschmerzen vorbeugen – Tipps!

Zahnschmerzen vorbeugen können Sie, indem Sie auf eine gute Mund- und Zahnhygiene achten. Die schweizerische Zahnärzte Gesellschaft (SSO) gibt einige Tipps:

  • Putzen Sie Ihre Zähne dreimal pro Tag (morgens, mittags, abends) mindestens zwei Minuten lang mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Falls Sie mittags keine Gelegenheit zum Zähneputzen haben, können Sie eine Mundspüllösung oder zahnschonende Kaugummis verwenden.
  • Nehmen Sie besser eine weiche statt eine zu harten Zahnbürste, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen. Üben Sie beim Zähneputzen nicht zu viel Druck aus.
  • Elektrische Zahnbürsten reinigen besser als Handzahnbürsten. Mit der richtigen Putztechnik können sie aber auch mit einer Handzahnbürste Ihre Zähne gut reinigen und Zahnerkrankungen wie Karies vermeiden.
  • Reinigen Sie auch die Zahnzwischenräume täglich gründlich, zum Beispiel mit Zahnseide, Interdentalbürstchen oder Zahnhölzern.
  • Achten Sie auf eine zahnschonende Ernährung. Das bedeutet vor allem, wenig Zucker zu essen. Versuchen Sie zum Beispiel, nur eine gezuckerte Nachspeise pro Tag zu sich zu nehmen und sich gleich anschliessend die Zähne zu putzen. Auch Säuren aus Nahrungsmitteln können die Zähne angreifen. Seien Sie sparsam mit sauren Lebensmitteln und Getränken wie Cola, Limonade, Energydrinks oder Säften wie Grapefruitsaft.
  • Gehen Sie regelmässig zu Ihrem Zahnarzt oder Ihrer Zahnärztin und lassen Sie Ihren Mund und die Zähne gründlich untersuchen. Mund- und Zahnprobleme lassen sich so frühzeitig erkennen und behandeln.

FAQ

Was kann ich gegen starke Zahnschmerzen tun?

Gegen starke Zahnschmerzen können Sie zunächst Schmerzmittel einsetzen, zum Beispiel den Wirkstoff Ibuprofen. Er wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend und ist bei Zahnschmerzen bewährt. Allerdings sollten Sie der Ursache starker Zahnschmerzen beheben lassen, zum Beispiel Karies oder eine Zahnwurzelentzündung – und dies kann nur eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt.

Wann sollte ich mit Zahnschmerzen zum Zahnarzt gehen?

Bei Zahnschmerzen sollten Sie eigentlich immer zum Zahnarzt oder der Zahnärztin gehen. Manchmal bessern sich Zahnschmerzen, kommen aber erneut wieder, wenn die Ursache nicht behoben ist. Schnell Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin aufsuchen sollten Sie, wenn die Zahnschmerzen sehr stark sind oder Schwellungen und Fieber auftreten.

Was kann ich bei Zahnschmerzen zu Hause tun?

Bei Zahnschmerzen können Sie selbst zu Hause etwas tun, denn nicht immer ist gleich ein Zahnarzttermin verfügbar. Kurzfristig  helfen können Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol, Kälte (z.B. kühles, nasses Handtuch, Kühlpads) oder Hausmittel wie Nelken, Mundspülungen mit Salzwasser oder Kräutertee (z.B. Kamille, Salbei). Auch wenn Sie keine Zahnschmerzen mehr haben gilt: Suchen Sie zeitnah Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin auf.

Was passiert, wenn ich Zahnschmerzen ignoriere?

Wenn Sie Zahnschmerzen ignorieren, kann dies einige Folgen haben. Eine Entzündung kann sich zum Beispiel verschlimmern und auf umliegendes Gewebe oder den Kieferknochen ausdehnen. Es kann sich ein schmerzhafter Abszess mit Eiteransammlung bilden. Infektionen mit Bakterien oder anderen Krankheitserregern können sich ebenfalls im Körper ausbreiten. Daher gilt bei Zahnschmerzen: Zeitnah einen Termin in der Zahnarztpraxis vereinbaren.

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