08. August 2023
Erklärvideo Wundversorgung
Wundversorgung in 1er Minute erklärt: Mit diesem Video zeigen wir ihnen die wichtigsten Punkte, um eine Wunde richtig zu versorgen.
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Eine Wunde ist im Alltag schnell passiert. Schnitt-, Schürf- oder Brandwunden sind keine Seltenheit, etwa beim Hantieren mit einem Messer, Sturz vom Velo, Kontakt mit der heissen Herdplatte oder nach einem zu ausgiebigen Sonnenbad. Eine Wunde entsteht, wenn die Haut oder Schleimhaut oberflächlich verletzt wird, etwa durch mechanische (z.B. Messer) und thermische (Hitze) Einflüsse. Kleinere Wunden sind meist harmlos und heilen in der Regel schnell wieder ab. Grössere Wunden, etwa Operationswunden, brauchen dagegen länger zum Heilen.
Ärztinnen und Ärzte unterscheiden akute Wunden, die innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder abheilen, und chronische Wunden. Diese sind auch nach vier bis zwölf Wochen noch nicht abgeheilt oder neigen nicht zum Abheilen. Chronische Wunden kommen oft im Rahmen von Krankheiten vor, zum Beispiel bei der Zuckerkrankheit „Diabetes mellitus“. Auch ein geschwächtes Immunsystem macht Menschen anfälliger für chronische Wunden.
Damit sich eine Wunde wieder verschliesst, setzt der Körper einen komplexen Prozess in Gang. An diesem sind viele verschiedene Zellen, Botenstoffe und andere Substanzen beteiligt. Die Wundheilung ist ein Prozess, der im Körper automatisch abläuft und lässt sich nicht mit dem Willen beeinflussen.
Ziel der Wundheilung ist es, Infektionen mit Krankheitserregern (z.B. Bakterien, Viren, Pilzen), Entzündungen und Austrocknung zu vermeiden. Durch die Reparatur des beschädigten Gewebes versucht der Körper also, weitere Schäden abzuwehren.
Es gibt prinzipiell zwei verschiedene Arten der Wundheilung:
Eine Wunde entsteht, wenn die Haut und das darunter liegende Gewebe geschädigt werden. Unmittelbar nach der Verletzung startet der Körper die Wundheilung. Sie ist ein komplexer Prozess und läuft in verschiedenen Phasen ab. Es gibt verschiedene Mitspieler, die am Verschluss einer Wunde mitwirken.
Vereinfacht lässt sich die Wundheilung so beschreiben: Zunächst wird das Blut gestillt und es gerinnt. Bestimmte Zellen reinigen die Wunde und sie wird mit Fibrin „verklebt“. Dann bildet sich neues Gewebe und die Wunde verschliesst sich. Je grösser und tiefer eine Wunde ist, desto länger dauert dieser Prozess der Wundheilung. Nur wenn alle Abläufe gut funktionieren, kann die Haut eine ihrer Hauptaufgaben – nämlich die Schutzfunktion – wieder erfüllen.
Es gibt mehrere Wundheilungsphasen. Allerdings lassen sich diese nicht immer klar voneinander trennen, denn manche Vorgänge laufen auch parallel ab.
Bei der Wundheilung lassen sich zwei verschiedene Prinzipien unterscheiden: die feuchte und die trockene Wundheilung.
Ein feuchtes Wundmilieu kann die Wundheilung unterstützen. Die wichtigsten Vorteile und Merkmale dieses Prinzips sind:
Es gibt inzwischen spezielle hydroaktive Wundgele und feuchte Wundauflagen (Pflaster), die Sie zu Hause bei Wunden einsetzen können. Wundgele versorgen die Wunde mit Feuchtigkeit, verbessern das Wundmilieu, lindern Schmerzen und schützen die Wunde vor dem Eindringen von Krankheitserregen. Oft enthalten Wundgele noch Mineralstoffe wie Zink, welche die Wundheilung weiter unterstützen.
Pflaster zur feuchten Wundheilung bestehen oft aus dünnen, atmungsaktiven und hautfreundlichen Materialien. Sie nutzen zum Beispiel Hydrokolloide oder Polyurethan, um die Wunde feucht zu halten.
Die trockene Wundheilung ist die traditionelle Form, um eine Wunde heilen zu lassen. Sie galt lange Zeit als Standard. Dabei heilt die Wunde an der Luft oder wird nur mit einem „normalen“ Pflaster oder Verband geschützt. Das Blut gerinnt und es bildet sich eine harte Kruste, unter der es trocken ist. Aufgrund der Schorfbildung heilt die Wunde aber langsamer, das Infektionsrisiko steigt und die Gefahr nimmt zu, dass sich eine unschöne Narbe bildet. Ausserdem kann der Pflaster- oder Verbandswechsel schmerzhaft sein, wenn Gewebe festgeklebt ist.
Heute ist es in vielen Fällen empfohlen, grössere Wunden wie Schnitt- oder Schürfwunden feucht statt trocken heilen zu lassen. Die feuchte Wundheilung gilt als moderne Variante, die trockene Wundheilung ist die traditionelle Wundheilungsstrategie. Sie hat aber nach wie vor ihre Berechtigung, beispielsweise bei kleineren Wunden, weil sie einfach und kostengünstig ist. Wenn Wunden feucht gehalten werden heilen sie schneller, es bilden sich seltener Narben und auch der Verbandswechsel ist weniger schmerzhaft.
Die feuchte Wundheilung besitzt einige Vorteile gegenüber der trockenen Wundheilung und gilt unter medizinischen Fachpersonen als besser. Bei der trockenen Variante ist die Wunde der Luft ausgesetzt und es bildet sich mit der Zeit eine Kruste. Die Wundheilung geschieht hier langsamer und das Risiko für die Narbenbildung ist höher. Ausserdem kann der Wechsel des Pflasters schmerzhaft sein, wenn es an der Wunde kleben bleibt. Die moderne Variante bei den meisten Wunden ist heute die feuchte Wundheilung, weil Zellen im feuchten Milieu besser wandern und sich teilen und vermehren können. So erneuert sich das Gewebe schneller. Es ist also besser, eine Wunde feucht und nicht trocken zu halten.
Wenn Wunden feucht sind, heilen sie schneller als wenn sie an der Luft trocken gehalten werden. Die Feuchtigkeit fördert das Zellwachstum, verhindert das Austrocknen und sorgt dafür, dass schneller neues Gewebe gebildet wird. Es gibt in der Apotheke oder Drogerie spezielle Pflaster, zum Beispiel mit Hydrokolloiden, sowie hydroaktive Gele, die für eine feuchte Umgebung der Wunde sorgen und das Wundmilieu verbessern. Sie lindern ausserdem Schmerzen und verringern die Infektionsgefahr.
Bei der herkömmlichen trockenen Wundheilung wird die Wunde mit einem einfachen Pflaster abgedeckt. Dieses schützt die Wunde vor Verschmutzungen und mechanischen Einflüssen. Es bildet sich eine Kruste, unter der es trocken ist. Durch diese Krustenbildung heilt die Wunde meist langsamer. Eine modernere Möglichkeit ist die feuchte Wundheilung. Dabei kommen besondere Pflaster (z.B. Hydrokolloidpflaster) oder hydroaktive Gele zum Einsatz, welche die Heilung der Wunde fördern. Sie schaffen ein feuchtes Wundmilieu, das die Bildung neuer Zellen anregt, das Infektionsrisiko senkt und die Narbenbildung vermindert. Dass Wunden schneller ganz ohne Pflaster an der Luft heilen, gilt heute nicht mehr.
Nein, die Wunde sollte nicht nass, sondern nur feucht sein, damit sie gut und schnell abheilen kann. Sie sollten eine Wunde also nicht mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten „durchnässen“. Es gibt besondere Pflaster oder Gels, die für das richtige Mass an Feuchtigkeit sorgen.
Die feuchte Wundheilung ist für fast alle Wunden geeignet, zum Beispiel für Schnitt- oder Schürfwunden, die im Alltag schnell passiert sind. Auch für chronische Wunden, die schlecht heilen, eignet sich das Prinzip der feuchten Wundheilung. Nicht geeignet ist die feuchte Wundheilung zum Beispiel bei stark infizierten oder stark nässenden Wunden. Hier sind spezielle Vorbehandlungen der Wunden nötig.
Die trockene Wundheilung ist die traditionelle Methode, die aber heute bei manchen Wunden nicht mehr empfohlen ist. Es bildet sich Schorf, unter dem die Zellen nicht so gut wandern können. Daher heilt die Wunde langsamer. Geeignet kann die trockene Wundheilung eventuell bei kleinen, oberflächlichen Wunden sein, zum Beispiel bei Kratzern. Ansonsten gilt das Prinzip der feuchten Wundheilung als moderne Strategie bei der Wundheilung.
Ja, sie eignet sich sogar sehr gut für Kinder, die sich beim Sport und Spiel oft Schürf- oder Schnittwunden zuziehen. Nicht nur die Wunde heilt schneller, sondern sie schmerzt auch weniger und der Wechsel der Wundauflage ist ebenfalls weniger schmerzhaft. Dieser Punkt ist besonders bei Kindern wichtig.
Nein, eine Kombination aus feuchter und trockener Wundheilung ist nicht möglich. Sie müssen sich für ein Prinzip der Wundheilung entscheiden – also feucht oder trocken. Die feuchte Wundheilung ist jedoch für fast alle Wunden empfohlen. Die trockene Variante, bei der eine Wunde „an der Luft“ heilt, gilt als veraltet.
Es lässt sich nicht pauschal sagen, ob die feuchte Wundheilung hygienischer ist als die trockene Variante. Wichtig bei der Versorgung einer Wunde ist ganz allgemein eine gute Hygiene. Sie sollten Ihre Hände gründlich waschen beziehungsweise desinfizieren, bevor Sie eine Wunde versorgen. Ausserdem sollten Sie Verunreinigungen aus der Wunde vorsichtig entfernen. Bei der feuchten Wundheilung kommen spezielle Pflaster zum Einsatz, zum Beispiel Hydrokolloidpflaster, welche die Infektionsgefahr vermindern können. Allgemein gilt: Eine infizierte Wunde ist schwieriger zu behandeln und heilt langsamer.
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