Erkältung und Grippe
Schnupfen – was hilft?
Was ist Schnupfen?
Schnupfen kennen vermutlich die allermeisten Menschen, besonders in der kalten Jahreszeit im Herbst und Winter, wenn die Erkältung und Grippe Hochkonjunktur haben. Schnupfen ist aber keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das im Rahmen verschiedener Erkrankungen vorkommen kann. Dazu gehören zum Beispiel die Erkältung (grippaler Infekt), Grippe oder eine Coronainfektion (Covid-19). Alle zählen zu den Infektionskrankheiten, die durch Viren verursacht werden.
Bei einer Erkältung ist der Schnupfen das Hauptsymptom. Viele leiden unter Niesreiz, einer laufenden oder verstopften Nase und geschwollenen Nasenschleimhäuten, wenn der Schnupfen sie plagt. Auch das Atmen durch die Nase ist erschwert, was oft sehr unangenehm ist – besonders nachts.
Was sind die Ursachen von Schnupfen?
In der medizinischen Fachsprache heisst Schnupfen „akute Rhinitis“. Darunter versteht man eine infektiöse Entzündung der Nasenschleimhaut. Es gibt mehr als 200 unterschiedliche Viren, die eine Erkältung und somit Schnupfen verursachen können. Zu den häufigsten Erkältungsviren zählen Rhinoviren und Coronaviren. Bei einer Grippe (Influenza) sind dagegen Grippeviren (Influenzaviren) am Werk, bei Covid-19 sind es die Coronaviren Sars-CoV-2.
Die Viren werden meist über die Luft durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Andere Menschen können virushaltige Tröpfchen einatmen und sich so infizieren. Der Zeitraum, wie lange man ansteckend bei Schnupfen ist, lässt sich mit rund fünf bis sieben Tagen angeben (in den ersten zwei bis drei Tagen nach Beginn der Symptome am stärksten).
Schnupfen kann aber noch im Zusammenhang mit einigen weiteren Erkrankungen stehen. Ein Schnupfen ohne Erkältung ist also möglich. Auch Heuschnupfen, eine allergische Reaktion auf die Pollen von Bäumen, Sträuchern oder Gräsern, ist mit Schnupfen verbunden. Dann sprechen Ärztinnen und Ärzte von „allergischer Rhinitis“. Bei einer Pollenallergie reagiert das Immunsystem überschiessend auf Substanzen, die normalerweise harmlos sind.
Was tun gegen Schnupfen?
Ein Schnupfen lässt sich mit verschiedenen Massnahmen und Mitteln lindern. Sie bekämpfen das Symptom – den Schnupfen -, aber nicht die Ursache, zum Beispiel Viren. Bei Schnupfen setzen viele auf Hausmittel wie das Inhalieren mit Kamillentee. Es gibt jedoch einige Präparate aus der Drogerie oder Apotheke, die ebenfalls bei Schnupfen helfen und Linderung verschaffen können. Einige Beispiele:
- Abschwellende Nasentropfen, Sprays oder Kapseln zielen darauf ab, dass die Nasenschleimhaut nach einer Entzündung wieder abschwillt und sich der festgesetzte Schleim verflüssigt.
- Befeuchtende Nasensprays wirken lindernd und helfen durch die Befeuchtung, die Schutzfunktion der Nasenschleimhaut zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen.
- Nasensalben pflegen die Nase, indem sie die Befeuchtung und Regeneration der Nasenschleimhaut unterstützen.
Achten Sie bei Schnupfen zudem auf eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung des Körpers. Trinken Sie viel, um die Schleimhäute feucht und widerstandsfähig zu halten. Wählen Sie zum Beispiel Wasser mit oder ohne Kohlensäure, Tees oder Fruchtsaftschorlen. Empfohlen sind mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag, an heissen Tagen auch mehr.
Sorgen Sie auch auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Hängen Sie zum Beispiel feuchte Tücher auf oder stellen Sie Schälchen mit Wasser auf die Heizung. Darüber hinaus gibt es spezielle Geräte zur Luftbefeuchtung.
Weitere Tipps bei Schnupfen:
- Schonen Sie sich bei einem Schnupfen und ruhen Sie sich aus. Leichte körperliche Aktivität ist erlaubt (z.B. Spaziergänge), aber verzichten sollten Sie auf intensive körperliche Aktivität oder Sport. Kurieren Sie sich lieber erst vollständig aus, um die Erkrankung nicht zu „verschleppen“.
- Bei einem Schnupfen, bleiben Sie am besten zuhause. Vor allem in den ersten Tagen der Erkältung ist die Virenlast hoch und Sie können andere Menschen leicht anstecken.
- Gut ist aber frische Luft bei Schnupfen. Unternehmen Sie zum Beispiel Spaziergänge und lüften Sie regelmässig.
- Rauchen Sie nicht, weil Sie sonst Ihre Schleimhäute weiter reizen.
- Verzichten Sie am besten ganz auf Alkohol, weil er die Immunabwehr schwächt.
Welche Arten von Schnupfen gibt es noch?
Es gibt auch andere Formen von Schnupfen, zum Beispiel:
- Privinismus (Rhinitis medicamentosa): Ärztinnen und Ärzte sprechen von einem Privinismus, wenn sich die Nasenschleimhaut an eine dauerhafte Anwendung schleimhautabschwellender Nasensprays gewöhnt hat. Bei einem medikamentenbedingten Schnupfen bleibt die Schleimhaut in der Nase dauerhaft geschwollen.
- Chronischer Schnupfen (Rhinitis chronica): Aus einem akuten Schnupfen kann sich ein chronischer Schnupfen entwickeln. Mögliche Gründe dafür können eine bakterielle
Sekundärinfektion oder weitere Entzündungen sein. - Trockener Schnupfen (Rhinitis sicca): Wenn die Nasenschleimhaut zu trocken ist, kann es zu Juckreiz oder Nasenbluten kommen oder die Nase fühlt sich verstopft an.
Ab wann soll ich bei Schnupfen zum Arzt?
Wenn Ihr Schnupfen andauert und Sie ihn weder mit Hausmitteln, noch mit Nasensalben oder -sprays in den Griff bekommen, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Ein Arztbesuch ist auch ratsam, wenn weitere Symptome hinzukommen oder sich bestehende Beschwerden verstärken.
So können zum Beispiel starke Kopf- und Gesichtsschmerzen beim Bücken auf eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) hindeuten. Auch bei Fieber, einem grüngelblich-zähen Sekret aus der Nase (Verdacht auf eine Zweitinfektion), plötzlichen und stark ausgeprägten Symptomen (Hinweis auf eine Grippe) oder Ohrenschmerzen ist ein Besuch in der Arztpraxis empfohlen.
Kann ich Schnupfen vorbeugen?
Der beste Schutz vor einem Schnupfen ist ein schlagkräftiges Immunsystem. Starke Abwehrkräfte können gegen Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien effektiver vorgehen und sie beseitigen. Daher gilt: Stärken Sie Ihr Immunsystem, damit der Schnupfen, zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung, gar nicht erst entsteht.
Eine gesunde, ausgewogene und vielfältige Ernährung kann zu einer verbesserten Schlagkraft Ihres Immunsystems beitragen. Essen Sie zum Beispiel viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, die wertvolle Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Manche Lebensmittel gelten als wahre „Immunbooster“ und „Erkältungskiller“:
- Brokkoli: Kein anderes Gemüse enthält auf 100 Kilokalorien so viel Vitamine und Mineralstoffe.
- Chili und Scharfes stärken die Abwehrkräfte, da sie bei der Produktion von Abwehrzellen helfen, antibakteriell oder auch antiviral wirken.
- Grüner Tee: Dass Getränk ist nicht nur ein Genuss, sondern hilft durch seine vielen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe, einer Erkältung vorzubeugen.
- Honig: Bestandteile aus dem Honig stärken das Immunsystem und geben der Erkältung weniger Chancen.
Neben einer gesunden Ernährung gibt es noch einige weitere Tipps für ein starkes Immunsystem:
- Viel Bewegung im Alltag, zum Beispiel regelmässige Spaziergänge an der frischen Luft bei jedem Wetter, Sport treiben, zum Beispiel Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen, Wandern oder Radfahren.
- Kalte Güsse regen die Durchblutung und den Kreislauf an und stimulieren das Immunsystem – die Infektanfälligkeit sinkt.
- Regelmässige Saunagänge können die Immunabwehr stärken.
- Ausreichend Schlaf, der erholsam sein sollte – nicht nur die Schlafdauer, sondern auch die Schlafqualität zählt.
- Stress vermindern: Stress ist im Alltag kaum wegzudenken, schwächt aber das Immunsystem. Vielleicht erlernen Sie eine Entspannungstechnik wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training. Auch Yoga kann helfen, Stress zu vermindern.
- Gute Hygiene: Waschen Sie sich regelmässig und gründlich Ihre Hände, weil sich dort besonders viele Krankheitserreger befinden; auch die Desinfektion von Oberflächen kann dazu beitragen, dass sich Schnupfenerreger weniger stark verbreiten können.
- Schränken Sie den Kontakt zu infizierten Personen ein, um das Ansteckungsrisiko zu senken. Vermeiden Sie zum Beispiel Umarmungen oder Küsse.
- Regelmässige Nasenspülungen können das Schnupfenrisiko senken, weil sie Krankheitskeime aus der Nase spülen.
FAQs: Schnupfen
Was hilft ganz schnell bei Schnupfen?
Schnupfen ist unangenehm und erschwert den Alltag. Was schnell und meist sofort bei Schnupfen hilft, sind zum Beispiel abschwellende Nasensprays, die die Nasenschleimhaut abschwellen lassen. So bekommen Sie wieder besser Luft durch die Nase. Auch viel Trinken, eine Nasendusche oder Inhalieren können den Schnupfen lindern. In 24 Stunden lässt sich aber auch durch diese Massnahmen ein Schnupfen nicht vollständig auskurieren.
Wie viele Tage dauert ein Schnupfen?
Ein Schnupfen dauert ungefähr sieben Tage – danach sollte die verstopfte Nase wieder abgeklungen sein und Sie sollten wieder besser durch die Nase atmen können.
Was ist der Unterschied zwischen Schnupfen und Erkältung?
Der Unterschied zwischen Schnupfen und Erkältung ist, dass Schnupfen ein Symptom ist und die Erkältung eine Infektionskrankheit mit Viren. Schnupfen ist ein Hauptsymptom im Rahmen einer Erkältung.
Ist man krank, wenn man Schnupfen hat?
Viele fühlen sich krank, wenn sie Schnupfen haben. Die Nase läuft oder ist verstopft und sie haben mit häufigen Niesattacken zu kämpfen. Ausserdem ist die Nasenatmung erschwert und sie bekommen schlecht Luft. Meist kommen noch weitere Symptome hinzu, zum Beispiel Halsschmerzen, Husten oder Kopfschmerzen. All das kann zu einem Krankheitsgefühl beitragen.
Welche Phasen hat Schnupfen?
Ein Schnupfen verläuft meist in drei Phasen: Am Anfang kribbelt es in der Nase und viele haben mit Niesreiz zu kämpfen. In Phase zwei setzt in der Regel ein wässriger Fliessschnupfen ein. Die dritte Phase ist durch eine verstopfte Nase gekennzeichnet. Nach ungefähr einer Woche sollte der Schnupfen überstanden sein.
Was ist der schlimmste Tag bei Schnupfen?
Es lässt sich nicht pauschal sagen, welcher der schlimmste Tag bei Schnupfen ist. Aber meist erreicht Schnupfen seinen Höhepunkt am Tag drei bis fünf. Die Nase ist stark verstopft und auch andere Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen können besonders intensiv sein.
Ist Schnupfen ein Virus?
Nein, ein Schnupfen ist kein Virus, er wird aber häufig durch Viren verursacht, zum Beispiel durch Erkältungs- oder Grippeviren. Bei einer Erkältung sind oft Rhinoviren oder Coronaviren die Verursacher.
Was bedeutet die Farbe bei Schnupfen?
Bei Schnupfen ist das Sekret aus der Nase meist klar und flüssig. Wenn das Sekret gelb ist, zeigt dies, dass das Immunsystem die Erreger bekämpft. Eine grünliche Farbe bei Schnupfen kann ein Hinweis auf eine Zweitinfektion mit Bakterien sein. Wenn das Immunsystem schon geschwächt ist, zum Beispiel durch eine virusbedingte Erkältung, haben andere Erreger wie Bakterien leichteres Spiel. Sie können sich in der Nase ansiedeln und vermehren.
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