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Erkältung und Grippe

Sinusitis: Stau in den Nasennebenhöhlen

Was ist eine Sinusitis?

Bei einer Sinusitis sind die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen geschwollen und entzündet. Die Ursache der Sinusitis können Bakterien oder Viren sein. Meist tritt die Nasennebenhöhlenentzündung im Rahmen einer Erkältung oder Grippe auf. Oft sind zusätzlich die Schleimhäute der Nasenhöhle entzündet, daher heisst das Krankheitsbild auch Rhinosinusitis. Das Wort „Rhino“ bedeutet „Nase“ und „Sinus“ steht für „Hohlraum“.

Eine Sinusitis kann akut oder chronisch verlaufen. Die akute Sinusitis kann von alleine  innerhalb von ein bis zwei Wochen weggehen. In dieser Zeit können Sie die unangenehmen Symptome durch die passenden Behandlungen lindern. Dagegen bleibt eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung länger als drei Monate bestehen.

💡 Schon gewusst?

  • Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume, gehören zu den oberen Luftwegen und sind mit der Nasenhöhle verbunden. Sie erstrecken sich im Schädelknochen von der Stirn bis zum Kiefer.
  • Jeder Mensch besitzt vier Paar Nasennebenhöhlen (also acht insgesamt): Jeweils zwei Stirnhöhlen, Kieferhöhlen, Keilbeinhöhlen und Siebbeinzellen.
  • Die Nasennebenhöhlen sind mit Schleimhaut ausgekleidet (wie eine Tapete) und besitzen feine Flimmerhärchen. Diese sind dafür zuständig, Schmutzpartikel oder Staub fernzuhalten. Die Schleimhaut produziert Flüssigkeit, die über die Nase und den Rachen abfliesst.

Welche Symptome verursacht die Sinusitis?

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann sehr unangenehm sein und sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Viele fragen sich: Wie merkt man, dass man eine Sinusitis hat? Typisch ist die verstopfte Nase, durch die Sie nur schlecht oder keine Luft bekommen. Die Nasenatmung und meist auch der Geruchssinn sind eingeschränkt.  Allerdings ist eine Sinusitis kein „normaler“ Schnupfen, sondern es können weitere Symptome hinzukommen, zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Druckschmerz im Bereich von Stirn, Augen und Wangen – meist verstärken sich die Schmerzen, wenn Sie sich nach vorne lehnen.
  • Manchmal kommt ein eitriger (grün-gelblicher) Ausfluss aus der Nase hinzu
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, verminderte Leistungsfähigkeit
  • Fieber

Ursachen: Warum bekommt man eine Sinusitis?

Die Ursache der Sinusitis ist oft eine Infektion mit Viren, zum Beispiel im Rahmen einer Grippe oder Erkältung. Vor allem in der kühlen Jahreszeit ist die Gefahr für diese Infektionskrankheiten hoch. Auch Bakterien können mit im Spiel sein, wenn sich die Nasennebenhöhlen entzünden. Bakterien können sich zusätzlich ansiedeln und eine Sekundärinfekton auslösen.

Die Krankheitserreger lösen eine Entzündung der Schleimhaut aus. Sie schwillt an und bildet vermehrt ein zähes Sekret. Dadurch verstopft die Nase.

Eine chronische Sinusitis kann man bekommen, wenn Sie zum Beispiel unter anderen Krankheiten wie Asthma oder Heuschnupfen leiden. Auch anatomische Veränderungen in der Nase wie eine verkrümmte Nasenscheidewand können die chronische Sinusitis begünstigen.

Diagnose: Was macht der Arzt bei Nebenhöhlenentzündung?

Ärztinnen oder Ärzte stellen Ihnen zunächst einige Fragen zu Ihrer Krankengeschichte (Anamnese). Wichtig ist zum Beispiel, welche Symptome Sie haben, seit wann sie bestehen und wie intensiv sie sind. Auch bestehende Erkrankungen, zum Beispiel Heuschnupfen oder Asthma bronchiale, sowie die Anwendung von Medikamenten liefern Anhaltspunkte für die Diagnose einer Sinusitis.

Der Arzt oder die Ärztin drückt und klopft vorsichtig Ihr Gesicht ab und prüft, ob dies schmerzhaft ist. Falls ja, spricht das für eine Entzündung und Nebenhöhlenentzündung. Manchmal schliessen sich weitere Untersuchungen an. So kann zum Beispiel eine Nasenspiegelung Veränderungen der Schleimhäute, Nasenpolypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand aufdecken.

Nur selten wird ein Abstrich aus der Nase genommen und dieser anschliessend im Labor auf Krankheitskeime untersucht. Auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Computertomografie kommen nur selten zum Einsatz.

Nasennebenhöhlenentzündung – welche Behandlung hilft?

Bei einer Sinusitis sind die Verbindungsgänge zwischen der Nasenhöhle und den Nasennebenhöhlen verstopft und blockiert. Dies ist nicht nur schmerzhaft, wenn sich das Sekret staut,  sondern begünstigt auch Sekundärinfektionen mit weiteren Krankheitserregern. Das gestaute Sekret bietet einen idealen Nährboden, in dem sich Keime vermehren und verbreiten können. Deshalb ist es wichtig, diese  Verbindungsgänge rasch wieder zu befreien und die Symptome zu lindern.

Antibiotika sind nur selten als Behandlung einer Sinusitis sinnvoll. Sie helfen nur, wenn Bakterien an den entzündeten Nasennebenhöhlen beteiligt sind. Sind Viren die Auslöser, zum Beispiel Erkältungs- oder Grippeviren, können Antibiotika nichts ausrichten. Meist steht die Sinusitis jedoch im Zusammenhang mit Viren.

Abschwellende Nasensprays

Es gibt viele verschiedene Nasensprays in der Drogerie oder Apotheke. Daher fragen sich viele, welches Nasespray bei einer Sinusitis helfen kann. Verwenden Sie ein abschwellendes Nasenspray. Es zielt darauf ab, die entzündete Nasenschleimhaut abschwellen zu lassen und den festgesetzten Schleim zu lösen. Dann lässt er sich besser abtransportieren. Ein abschwellendes Nasenspray erleichtert die Nasenatmung und Sie bekommen wieder besser Luft durch die Nase. Das kann vor allem nachts helfen und für einen besseren Schlaf sorgen.

Nasenspülungen

Nasenspülungen oder Nasenduschen sind ein gutes Mittel, um die Nase zu reinigen. Das festsitzende Sekret wird gelockert, herausgespült und die Atmung wird erleichtert. Zudem wird die Nasenschleimhaut befeuchtet.

Pflanzliche Arzneimittel

In der Apotheke, Drogerie oder Internet-Fachhandel sind zum Beispiel Tabletten oder Kapseln auf pflanzlicher Basis erhältlich. Die Präparate helfen, den Schleim zu lösen und ihn abzutransportieren.

Schmerzmittel

Gegen Kopfschmerzen oder den Druckschmerz können Schmerzmittel hilfreich sein. Beispiele sind Wirkstoffe aus der Gruppe der Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS). Auch Paracetamol ist ein bewährter Wirkstoff gegen Schmerzen.

Hausmittel bei Sinusitis

Daneben gibt es einige Hausmittel, die Sie bei einer verstopften Nase und entzündeten Nasennebenhöhlen anwenden können.

Einige Beispiele:

  • Inhalieren: Geben Sie Wasser in einen Topf und erwärmen Sie es. Sie können dem Wasser verschiedene Zusätze hinzufügen, zum Beispiel Kochsalz (Speisesalz oder aus der Apotheke), Kamille (als Tee), Eukalyptusextrakte oder ätherische Öle. Legen Sie ein Handtuch über Ihren Kopf und inhalieren Sie die warmen Dämpfe. Dadurch wird das Sekret in der Nasenhöhle und in den Nasennebenhöhlen verflüssigt und zugleich die Nasenschleimhaut befeuchtet.
  • Rotlicht: Wärme fördert ganz allgemein die Durchblutung und erweitert die Blutgefässe. Bei einer Sinusitis hilft etwas Wärme dabei mit, das festsitzende Sekret zu lösen und es besser abfliessen zu lassen. Im Handel gibt es spezielle Rotlichtlampen.
  • Trinken Sie möglichst viel, am besten Wasser oder ungesüsste Getränke wie Tee. Empfohlen sind mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. So halten Sie auch Ihre Schleimhäute feucht.
  • Schlaf: Sind die Nebenhöhlen entzündet, braucht der Körper ausgedehnte Ruhephasen und genügend Schlaf. Das dient dem Regenerationsprozess, der während einer Sinusitis auf Hochtouren läuft.

Was soll man bei einer Sinusitis nicht tun?

Es gibt auch einige Dinge, die Sie bei einer Sinusitis nicht tun sollten. Einige Tipps:

  • Schnäuzen Sie sich nicht heftig Ihre Nase.
  • Strengen Sie sich körperlich nicht zu stark an. Treiben Sie zum Beispiel keinen Leistungssport, sondern warten Sie, bis die Nebenhöhlenentzündung vollständig ausgeheilt ist. Sie müssen aber nicht vollständig auf Bewegung verzichten. Sie können zum Beispiel mit einer Sinusitis Spazierengehen.
  • Verzichten Sie auf Alkohol.
  • Rauchen Sie nicht – die Schadstoffe aus dem Rauch reizen die Schleimhäute zusätzlich und sind auch ansonsten extrem schädlich.

Nasennebenhöhlenentzündungen vorbeugen

Um einer Sinusitis vorzubeugen, sollten Sie Ihre Nasenschleimhaut gut pflegen. Dies verleiht ihr mehr Widerstandskraft gegenüber Krankheitskeimen. Der  Schleim in der Nase bildet eine wichtige Schutzschicht des Körpers. Er bindet viele Erreger und macht sie unschädlich. Dagegen sind trockene Schleimhäute anfälliger für Viren und Bakterien.

Nasensalben oder befeuchtende Nasensprays können Sie in der kalten Jahreszeit wie dem Herbst und Winter auch vorbeugend (präventiv) anwenden, denn die trockene Heizungsluft lässt die Nasenschleimhäute leichter austrocknen.

Der beste Schutz vor einer Sinusitis ist aber ein starkes Immunsystem. Einige Tipps für starke Abwehrkräfte:

  • Bewegen Sie sich regelmässig im Alltag oder treiben Sie Sport. Körperliche Aktivität hilft Ihrem Immunsystem, widerstandsfähig zu bleiben – oder zu werden.
  • Ernähren Sie sich gesund, ausgewogen und vielfältig. Verzehren Sie zum Beispiel viel Obst und Gemüse, die viele Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten.
  • Legen Sie regelmässige Erholungspausen im Alltag ein, durch die Sie sich regenerieren können.
  • Achten Sie auf genügend Schlaf. Allerdings zählt nicht nur die Schlafdauer, sondern auch die Schlafqualität. Der Schlaf sollte erholsam sein. Gehen Sie zum Beispiel immer zur gleichen Zeit ins Bett und verbannen Sie Störquellen aus Ihrem Schlafzimmer. Dazu gehören zum Beispiel Smartphone, Tablet, PC oder der Fernseher.
  • Wichtig ist eine gute Hygiene, besonders der Hände, weil dort viele Krankheitserreger haften bleiben. Waschen Sie Ihre Hände daher häufig und vor allem gründlich. So vermindern Sie die Infektionsgefahr.
  • Bei trockener Luft, zum Beispiel Heizungsluft im Winter, sollten Sie die Luftfeuchtigkeit in den Räumen erhöhen. Stellen Sie zum Beispiel einen Luftbefeuchter auf oder legen Sie feuchte Tücher auf die Heizung.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, haben Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien weniger Chancen, in den Körper einzudringen, sich zu vermehren und ihn zu schwächen.

FAQS: Sinusitis

Wie bekomme ich eine Sinusitis weg?

Eine Sinusitis bekommen Sie weg, indem Sie zum Beispiel ein abschwellendes Nasenspray Nasenspülungen, eine Nasendusche oder pflanzliche Arzneimittel anwenden. Allerdings bekämpfen diese Massnahmen nicht gezielt die Ursache (oft Viren und Bakterien), sondern lindern nur die Symptome. Sie können zum Beispiel besser durch die Nase atmen und Gerüche wieder besser wahrnehmen. Auch genügend Schlaf oder eine gesunde Ernährung helfen Ihrem Körper, die Sinusitis schneller wieder loszuwerden.

Wie lange dauert eine Sinusitis?

Wie lange eine Sinusitis dauert, hängt davon ab, ob sie akut oder chronisch verläuft. Die akute Nasennebenhöhlenentzündung klingt meist nach ein bis zwei Wochen wieder ab. Eine chronische Sinusitis hält dagegen drei Monate und länger an. Die chronische Form kann zum Beispiel mit einem allergischen Schnupfen (Heuschnupfen), Asthma bronchiale oder einer verkrümmten Nasenscheidewand in Verbindung stehen.

Wann ist eine Sinusitis am schlimmsten?

Die Sinusitis ist oft morgens am schlimmsten, weil sich über Nacht viel Sekret in den Nasennebenhöhlen ansammeln kann. Wenn Sie morgens aufstehen, sind oft die Kopfschmerzen und der Druckschmerz im Gesicht am stärksten ausgeprägt. Auch bei Bewegung tagsüber können sich die Schmerzen verstärken.

Wann soll man bei Sinusitis zum Arzt?

Bei einer Sinusitis sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen, wenn sich die Symptome nicht bessern oder sogar verschlimmern. Die Nasennebenhöhlenentzündung sollte nach ungefähr zwei Wochen wieder abgeklungen sein. Es gilt zu verhindern, dass die Sinusitis chronisch und zum längeren Begleiter wird. Ärztinnen und Ärzte können ausserdem die Ursachen näher eingrenzen.

Was soll man bei Sinusitis essen?

Es gibt kein spezielles Lebensmittel, das man bei einer Sinusitis essen soll. Wichtig ist, dass Sie sich möglichst gesund (z.B. Obst, Gemüse, Vollkornprodukte), vielseitig und abwechslungsreich ernähren. Bringen Sie viele verschiedene Lebensmittel auf den Teller. Trinken Sie zudem viel, aber verzichten Sie auf alkoholische Getränke – sie können das Immunsystem schwächen.

Was passiert, wenn man die Sinusitis nicht behandelt?

Wenn man eine Sinusitis nicht behandelt, kann sie im schlimmsten Fall chronisch werden. Dann haben Sie länger mit den unangenehmen Symptomen zu kämpfen. Daher ist es auch so wichtig, abschwellende Nasensprays, Nasenspülungen oder Inhalationen anzuwenden und Ihr Immunsystem zu stärken, damit es besser gegen Krankheitserreger vorgehen kann.

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