21. April 2021
Corona oder Heuschnupfen? Die...
Wenn ein Mensch in den heutigen Corona-Zeiten niest, reagieren viele erschrocken und gehen sofort auf Abstand, weil sie an eine...
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Für Menschen mit Heuschnupfen ist der Frühling oft kein grosser Spass! Wenn die ersten Sonnenstrahlen Wärme verbreiten, erwacht auch die Natur wieder aus dem „Winterschlaf“. Gräser, Bäume und Sträucher beginnen zu blühen und „pusten“ Millionen von Pollen in die Luft. Menschen mit Heuschnupfen reagieren übermässig auf die eigentlich harmlosen Pollen – ihr Immunsystem setzt einige unerwünschte Reaktionen in Gang. Die Nase läuft, eine Niesattacke jagt die nächste und die Augen tränen, sind gerötet und jucken. So sind Spaziergänge im Grünen oft kein Vergnügen.
Heuschnupfen ist keine Seltenheit. AHA, das Allergiezentrum Schweiz, schätzt, dass allein in der Schweiz rund 20 Prozent der Menschen unter Heuschnupfen leiden. Diese Allergieart betrifft Menschen jeglichen Geschlechts weltweit. Der Heuschnupfen kann prinzipiell in jedem Alter beginnen. Auch schon Kinder haben manchmal mit einer Pollenallergie zu kämpfen. Selbst als Erwachsener in höherem Alter kann man noch Heuschnupfen bekommen.
Betroffene reagieren auf eine oder mehrere Pollenarten allergisch. Die meisten – nämlich rund 70 Prozent – haben jedoch eine Allergie auf Gräser. Wenn diese blühen, gibt es kaum ein Entkommen, denn: Die Blüte eines einzigen Grashalms enthält etwa vier Millionen Pollen. Weniger allergen sind dagegen die Pollen von Nadelhölzern wie der Tanne oder Fichte. Auf diese reagieren deutlich weniger Menschen allergisch.
Die Pollen von Gräsern, Bäumen, Sträuchern, Kräutern oder Blumen sind leicht und werden über die Luft verbreitet, besonders im Frühjahr und Sommer. Menschen atmen den Blütenstaub aus Millionen von Pollen über die Nase ein. Die kleinen Quälgeister können aber auch in die Augen gelangen.
Pollen beherbergen Eiweisse, die beim Kontakt mit den menschlichen Schleimhäuten freigesetzt werden (z.B. Nase oder Augen). Das Immunsystem von Menschen mit Heuschnupfen stuft diese Eiweisse fälschlicherweise als „fremd“ und „gefährlich“ ein und reagiert übermässig auf diese Stoffe. Schon wenige Pollen reichen aus, um eine heftige Reaktion des Immunsystems auszulösen. Dieses bildet spezielle Abwehrstoffe, sogenannte IgE-Antikörper. Das Kürzel IgE steht für Immunglobulin E. Es spielt eine wichtige Rolle bei Allergien.
Die Antikörper binden an die Mastzellen. Das sind spezielle Abwehrzellen des Immunsystems, die daraufhin entzündungsauslösende Stoffe freisetzen. Ein Beispiel ist das Histamin. Gemeinsam mit anderen Botenstoffen regt Histamin die Drüsen an, Sekret zu produzieren und abzugeben. Es kommt zu Entzündungen der Schleimhäute der Nase oder Augen. Ausserdem reizen die Stoffe die Nerven.
Heuschnupfen kann verschiedene Ursachen haben. Oft wird die Veranlagung für den Heuschnupfen vererbt. Kinder, deren Eltern Heuschnupfen oder eine andere Allergie haben, besitzen ein erhöhtes Risiko, selbst eine Allergie zu entwickeln. Diese Neigung zu einer Allergie (z.B. Pollenallergie) nennen Fachleute „Atopie“ oder „Allergiebereitschaft“. Auch andere Erkrankungen wie das allergische Asthma oder eine Neurodermitis (atopische Dermatitis) können bei Betroffenen vorkommen. Allerdings spielen auch immer Umweltfaktoren mit, wenn eine Allergie ausbricht, etwa Rauchen oder Abgase.
Für Heuschnupfen sind folgende Hauptsymptome typisch:
Es gibt noch einige weitere Symptome, die den Heuschnupfen begleiten können. Viele fühlen sich müde und erschöpft oder haben Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme. Auch die Haut kann mit Schwellungen, Ekzemen oder Wassereinlagerungen (Ödemen) reagieren.
Der Heuschnupfen ist eine Allergie vom „Soforttyp“. Das bedeutet: Die Symptome beginnen sofort, wenn die Pollen mit den Schleimhäuten der Nase und mit den Augen in Kontakt gekommen sind.
Bekannt sind einige Faktoren und Umweltbedingungen, die den Heuschnupfen verschlimmern können. Einige Beispiele:
Das Allergiezentrum Schweiz nennt drei Gruppen von Auslösern, die bei Heuschnupfen eine wesentliche Rolle spielen:
Wann die Heuschnupfen-Saison beginnt, kann von Jahr zu Jahr verschieden sein. Eine Rolle dabei spielen die Umweltbedingungen und klimatischen Veränderungen. Fachleute haben aber festgestellt, dass die ersten Pollen oft schon im Winter fliegen und sich die Blühzeit der Pflanzen bis in den Herbst verlängert. Die Heuschnupfen-Saison kann daher länger sein als früher.
Welche Pollen in der Schweiz gerade fliegen und wie stark der Pollenflug ist, können Sie auf verschiedenen Wegen herausfinden. Beispiele:
Zu beachten ist:
Wenn die Pollenallergie unbehandelt bleibt, kann Heuschnupfen auch zu Asthma führen. Manche Menschen entwickeln im Verlauf ihres Heuschnupfens ein allergisches Asthma. Medizinische Fachleute bezeichnen dies als „Etagenwechsel“. Dann betrifft die Allergie nicht nur die oberen, sondern auch die unteren Atemwege. Die Bronchien in der Lunge reagieren dann ebenfalls überempfindlich und es entwickelt sich ein Asthma bronchiale.
Manche Menschen mit einer Allergie auf Pollen reagieren zugleich allergisch auf bestimmte Lebensmittel. „Kreuzallergie“ ist der Fachbegriff dafür. Sie entsteht, wenn die Allergene aus den Pollen den Allergenen aus Nahrungsmitteln sehr ähnlich sind. Das körpereigene Abwehrsystem betrachtet diese Allergene aus Lebensmitteln dann ebenfalls als „fremd“.
Oft sind Menschen mit einer Allergie auf Birkenpollen von einer Kreuzallergie betroffen. Sie reagieren zum Beispiel zusätzlich allergisch auf Äpfel, Steinobst wie Kirsche oder Pfirsich oder Gemüsesorten wie Sellerie oder Karotten. Auftreten können Symptome wie Kribbeln, Juckreiz oder ein pelziges Gefühl im Mund. Informieren Sie sich daher, welches Obst oder Gemüse Sie bei Heuschnupfen meiden sollten.
Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Heuschnupfen. Manche Therapien setzen an den Symptomen an und lindern diese. Dagegen nimmt die sogenannte Hyposensibilisierung die Ursache der Pollenallergie ins Visier – nämlich das Immunsystem.
Viele Menschen fragen sich, welche Medikamente bei Heuschnupfen helfen können. Zum Einsatz kommen vor allem Wirkstoffe aus der Gruppe der:
Diese Medikamente gibt es in verschiedenen Darreichungsformen, etwa als Nasensprays oder Augentropfen, die lokal vor Ort (Nase, Augen) die Symptome dämpfen. Daneben sind Tropfen, Tabletten oder Lutschtabletten erhältlich, die im gesamten Körper wirken.
Auch eine Nasendusche mit einer Salzlösung kann bei Heuschnupfen helfen, um die Pollen aus der Nase zu spülen, sie zu reinigen und die Schleimhaut zu befeuchten. Daneben können kühlende Masken oder feuchte Tücher auf den Augen als Hausmittel helfen.
Die Hyosensibilisierung (auch Desensibilisierung oder Spezifische Immuntherapie = SIT) ist die einzige Therapie, die an der Ursache des Heuschnupfens ansetzt. Dabei wird das Immunsystem schrittweise trainiert und daran gewöhnt, dass es sich nicht mehr gegen die Pollen zur Wehr setzt.
Bei der Hyposensibilisierung gibt es zwei Prinzipien:
Die Hyposensibilisierung kann die Symptome deutlich lindern. Manchmal bleiben die Beschwerden sogar ganz aus. Auch das Risiko für einen Etagenwechsel (z.B. in die Lunge, allergisches Asthma) und für die Entwicklung weiterer Allergien sinkt.
Viele fragen sich, ob Heuschnupfen eine lebenslange Krankheit ist. Dies lässt sich so beantworten: Die Hyposensibilisierung bietet langfristig die Chance, dass Sie den Heuschnupfen für immer loswerden können. Von einem Tag auf den anderen heilen lässt sich eine Pollenallergie jedoch nicht. Sie brauchen auf jeden Fall Geduld!
Wichtig bei Heuschnupfen ist auch die Strategie der Allergenkarenz. Dabei vermeiden Sie den Kontakt mit „Ihrem“ Allergieauslöser, machen also möglichst einen Bogen um ihn herum. Einige Tipps, wie Sie sich vor Pollen schützen können:
Bei Heuschnupfen sollten Sie Medikamente parat haben, die Symptome wie Niesreiz, laufende Nase, Juckreiz oder tränende Augen rasch lindern. Was bei Heuschnupfen schnell hilft, sind Medikamente aus der Gruppe der Antihistaminika. Bewährte Wirkstoffe sind zum Beispiel Azelastin und Cetirizin. Antiallergische Präparate gibt es beispielsweise in Form von Nasensprays, Augentropfen oder Lutschtabletten.
Ja, bei Heuschnupfen kann man sich krank fühlen! Die Anzahl und Intensität der Heuschnupfen- Symptome kann individuell verschieden sein. Neben Niesreiz, tränenden Augen oder Juckreiz können noch einige Begleitsymptome auftreten, die das Wohlempfinden und die Lebensqualität beeinträchtigen. Dazu gehören unter anderem Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Appetitlosigkeit. Viele fühlen sich dann unwohl und krank.
Was momentan Heuschnupfen auslöst, bringen Sie am besten anhand eines Pollenkalenders in Erfahrung. Für die Schweiz haben Sie verschiedene Möglichkeiten, um sich tagesaktuell über den Pollenflug zu informieren. Beispiele: aha! Allergiezentrum Schweiz oder Meteo Schweiz. Aktuelle Informationen über den Pollenflug in Europa finden Sie unter anderem bei Polleninformation.at. Diese Dienste liefern schnell Informationen, welche Pollen zu welcher Zeit in welchen Mengen fliegen. Dann können Sie sich besser gegen unangenehme Heuschnupfen-Symptome wappnen.
Ob es sich um Heuschnupfen oder eine Erkältung handelt, ist nicht ganz einfach zu unterscheiden. Beide Erkrankungen haben zwar verschiedene Ursachen, können aber mit ähnlichen Symptomen einhergehen. Einen Anhaltspunkt bietet die Jahreszeit, in der die Symptome auftreten. Die Erkältung hat oft im Herbst und Winter Hochkonjunktur, während Heuschnupfen im Zusammenhang mit der Blühzeit bestimmter Pflanzen steht, meist im Frühjahr und Sommer. Auch der Beginn der Symptome kann Hinweise liefern. Die Erkältung beginnt meist schleichend, oft mit Halsschmerzen, und es kommen nach und nach weitere Beschwerden hinzu. Bei Heuschnupfen setzen die Symptome wie Niesattacken und tränende Augen meist schlagartig ein.
Ob der Heuschnupfen nachts besser wird und sie ruhig schlafen können, hängt von bestimmten Faktoren ab. An tagsüber getragener Kleidung können Pollen haften. Wenn Sie diese Kleidung im Schlafzimmer ablegen, können Pollen zu Heuschnupfen-Symptomen führen. Auch in Ihren Haaren können sich Pollen befinden, die den Heuschnupfen nachts verstärken können. Daher gilt: Kleidung ausserhalb des Schlafzimmers aufbewahren (oder gleich in die Waschmaschine stecken), abends duschen und die Haare waschen, Fenster nachts geschlossen halten. Ihr Schlafzimmer sollte weitgehend pollenfrei sein – dann schlafen Sie auch besser.
Ja, auch als Erwachsener oder Mensch in höherem Alter können Sie noch plötzlich Heuschnupfen entwickeln und zum Allergiker oder zur Allergikerin werden. Das Immunsystem stuft dann eigentlich harmlose Stoffe als Gefahr ein. Die Gründe dafür sind aber noch nicht eindeutig aufgeklärt. Fachleute vermuten, dass die zunehmende Umweltverschmutzung oder Alterungsprozesse des Immunsystems eine Rolle spielen. Die Abwehrkräfte sind mit zunehmenden Lebensjahren weniger schlagkräftig.
Wenn man Heuschnupfen nicht behandelt, haben Betroffene mit Beschwerden zu kämpfen, wenn ihr Pollenauslöser fliegt. Ausserdem kann ein Etagenwechsel stattfinden. Dann verlagert sich die Allergie von den oberen zusätzlich in die unteren Atemwege – Asthma kann entstehen.
Prinzipiell kann Heuschnupfen von alleine weggehen, zum Beispiel bei einem mehrjährigen Aufenthalt in einer Region, in der Ihr Pollenauslöser nicht oder so gut wie nicht vorkommt. Allerdings ist es nicht empfohlen, auf die „Vergesslichkeit“ des Immunsystems zu setzen, denn eine Pollenallergie kann auf die Lunge gehen. Das Abwarten kann in einem Etagenwechsel und allergischen Asthma münden.
Es gibt leider kein spezielles Getränk, das gegen Heuschnupfen hilft. Wichtig ist es aber, möglichst viel zu trinken, um die Schleimhäute feucht und widerstandsfähig zu halten. Empfohlen sind mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag, an heissen Tage auch mehr. Sie können zum Beispiel Wasser, ungesüsste Tees oder Fruchtsaftschorlen zu sich nehmen.
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