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Allergien und Heuschnupfen

Urlaub in Europa ohne Heuschnupfen

Wer Heuschnupfen hat, muss nicht auf das Reisen oder den Urlaub verzichten. Einige Tipps für Heuschnupfengeplagte und geeignete Reiseziele in Europa.

Welche Pollen fliegen zu welcher Jahreszeit verstärkt in Europa? Eine Auswahl der wichtigsten Pollenbelastungskarten in Europa finden Sie hier. Eine Übersicht über sämtliche europäische Belastungskarten bietet die Webseite Polleninformation.at.

Allgemeine Reisetipps bei Heuschnupfen

Manche Hotels, Pensionen und Ferienhäuser bieten spezielle Zimmer für Allergikerinnen und Allergiker, die zum Beispiel über eine Klimaanlage mit Pollenfilter verfügen. Fragen Sie vor der Buchung nach, wie allergiefreundlich Ihre Unterkunft ist.

ECARF, die Europäische Stiftung für Allergieforschung (European Centre for Allergy Research Foundation) zertifiziert besonders allergikerfreundliche Unterkünfte und verleiht ihnen ein Siegel. Diese Information soll die Lebensqualität von Menschen mit einer Allergie wie dem Heuschnupfen verbessern. ECARF ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz an der Charité Berlin. Ansonsten gilt für den Aufenthalt im Hotel oder in der Pension der allgemeine Tipp: Halten Sie Fenster und Türen im Hotelzimmer tagsüber geschlossen und lüften nachts.

Wenn Sie auf Gräserpollen allergisch reagieren: Beachten Sie, dass diese am Mittelmeer früher fliegen. In Nordeuropa sind Pollen von Gräsern, Bäumen und Getreide dagegen später dran.

Birkenpollen sind in Skandinavien stärker vertreten, in Südwesteuropa, im südlichen Mittelmeerraum und auf den Kanaren jedoch kaum.

Auf Island gibt es kaum Bäume und Gräser blühen nur kurz – also ein ideales Reiseziel für Menschen mit Heuschnupfen.

Die Pollen von Ölbäumen und Zypressengewächsen in mediterranen Regionen sind häufige Allergieauslöser. Zypressen katapultieren sogar im Winter Pollen in die Luft. Möglich sind Kreuzreaktionen mit heimischen Ölbaumgewächsen.

Welche europäischen Reiseziele eignen sich für Pollenallergiker?

  • Italien: Für Menschen mit Heuschnupfen eignen sich die Westküste und die Seen im Norden Italiens besonders gut, weil dort die Pollenbelastung niedrig ist. Weniger empfehlenswerte Reiseziele sind die Po-Ebene und die Region um Neapel herum. Besonders viele Pollen fliegen dort in den Monaten Mai und Juni.
  • Griechenland: Auf den griechischen Inseln ist die Pollenbelastung allgemein niedriger als in Gebieten des Inlands, zum Beispiel in Athen. Empfehlenswert sind zum Beispiel Inseln wie Kreta, Korfu und Kos.
  • Spanien: In Andalusien und zentralen Regionen in Spanien ist die Belastung durch Olivenpollen besonders hoch. In vielen Städten fliegen zudem verstärkt Platanen-Pollen. Daneben sind Gräserpollen stark vertreten, wobei die Belastung ab Mitte Juli sinkt – auch in Nordspanien und der Costa Brava. Pollenärmere Regionen in Spanien sind die Costa del Sol, Costa Almeria und Costa Daurada. Empfehlenswert bei Heuschnupfen sind zudem die Kanarischen Inseln.
  • Portugal: Gut für Pollenallergiker sind die Insel Madeira und die Algarve. Die Pollenkonzentrationen in der Luft sind allgemein dort niedrig. In der Provinz Estremadura im Nordwesten Portugals dauert die Heuschnupfensaison länger – die Gräserpollen fliegen bis in den September hinein.
  • Frankreich: An der Westküste Frankreichs ist die Pollenbelastung allgemein niedrig. Anders im französischen Inland – dort gibt es eine üppige Vegetation, die eine Vielzahl verschiedenster Pollenarten in die Luft katapultiert. In Südfrankreich und an der französischen Riviera ist die Pollenbelastung oft besonders hoch. In den Regionen um Paris sind Gräserpollen stark vertreten. Auch Baumpollen können in grösseren Mengen vorkommen.

FAQs: Europareise bei Heuschnupfen

Wie häufig ist Pollenallergie in Europa?

Die Pollenallergie kommt in Europa sehr häufig vor. In der europäischen Bevölkerung wird die Häufigkeit von Pollenallergien auf rund 40 Prozent  geschätzt – damit gehören Pollen zu den häufigsten Allergenen in Europa. Gräser sind in europäischen Ländern aufgrund ihrer grossen geografischen Verbreitung die Hauptursache für allergische Reaktionen durch Pollen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit rund 400 Millionen Menschen an Heuschnupfen (allergischer Rhinitis) und 300 Millionen an Asthma bronchiale leiden.

Welche Regionen in Europa sind pollenärmer?

In Europa gibt es einige Regionen, die als pollenärmer gelten und in denen Sie eine kleine „Allergiepause“ einlegen können. So sind in den Küstenregionen an der Nordsee (z.B. Deutschland, Dänemark) und am Atlantik (z.B. Portugal, Frankreich) oft weniger Pollen in der Luft, weil sie vom Wind weggetragen werden. Auch Regionen im Hochgebirge (z.B. Schweiz, Österreich) sind meist ärmer an Pollen. Ein Beispiel sind die Alpen. Ab einer Höhe von 1.500 Metern ist die Pollenbelastung deutlich niedriger. Städtische Gebiete haben meist weniger Pollen als ländliche Regionen. Dafür ist die Luftverschmutzung in Städten meist höher. Bekannt ist, dass Luftschadstoffe Pollen „aggressiver“ machen und den Heuschnupfen verstärken können.

Lohnt sich Reisen trotz Heuschnupfen?

Das Reisen kann sich trotz Heuschnupfen lohnen, weil Sie Ihrem Allergieauslöser ein Stück weit entkommen können. Wenn Sie nicht ständig von Niesattacken und juckenden, tränenden Augen geplagt werden, steigen das Wohlgefühl, die Lebensfreude und die Lebensqualität. Sie können sich somit besser erholen. Allerdings sollten Sie Ihre Reise gut planen. Suchen Sie sich ein passendes Reiseziel aus, an dem Ihr Allergieauslöser nicht in grossen Mengen in der Luft „herumkurvt“.

Worauf sollte ich bei der Unterkunft bei Heuschnupfen achten?

Es gibt verschiedene Kriterien, auf die Sie bei der Wahl Ihrer Unterkunft (z.B. Hotel, Pension, Ferienhaus) achten sollten. Wenn Sie auf dem Land Urlaub machen, achten Sie darauf, dass Ihr Zimmer (und die Fenster) nicht direkt an einer Wiese oder an einem Feld liegt. Vielleicht hat Ihre Unterkunft auch eine Klimaanlage, die mit einem Pollenfilter ausgerüstet ist? Dann kommen weniger Pollen in die Räume. Ihre Unterkunft sollte zudem regelmässig gereinigt und geputzt werden, um die Staub- und Pollenkonzentration möglichst gering zu halten. Und zuletzt: Es gibt allergikerfreundliche Hotels mit einem ECARF-Siegel.

Ist ein Urlaub am Mittelmeer für Menschen mit Pollenallergie geeignet?

Einen Urlaub am Mittelmeer wünschen sich viele Menschen – auch bei einer Pollenallergie sind Reisen ans Mittelmeer geeignet. Die Meeresluft kann sich positiv auswirken aufgrund des Salzgehalts. Ausserdem ist die Luft am Meer meist pollenärmer. Dennoch gibt es auch am Mittelmeer Pflanzen, auf die Sie allergisch reagieren können.

Welches ist das beste Land für Menschen mit Allergie?

Das beste Land für Menschen mit einer Allergie auf Pollen ist natürlich jenes, in denen Ihr persönlicher Allergieauslöser nicht oder nur in geringen Konzentrationen vorkommt. Bringen Sie vor Beginn Ihrer Reise in ein bestimmtes Land die Blühzeiten vorherrschender Pflanzen und die Pollenkonzentrationen zur Reisezeit in Erfahrung. Es gibt Pollenvorhersagen und -kalender für viele Länder Europas, zum Beispiel beim Dienst Polleninformation.at. Dort erhalten Sie Informationen, welches Land pollenarm und somit gut für Allergiker und Allergikerinnen ist.

Gibt es Unterschiede zwischen Ländern bei der Pollenbelastung?

Bei der Pollenbelastung kann es in Ländern grosse Unterschiede geben. So kann sich zum Beispiel die Vegetation in Ländern unterscheiden. In manchen Ländern gibt es mehr Pflanzen als in anderen und zudem andere Pflanzenarten, die andere Pollenarten produzieren. Zudem haben Pflanzen verschiedene Blühzeiten. Im Süden Europas blühen sie zum Beispiel aufgrund des wärmeren Klimas früher als in nördlichen europäischen Ländern. Zu beachten ist allerdings, dass die Pollensaison aufgrund des Klimawandels – er betrifft alle Länder – früher beginnt und länger andauert.

Wo ist die Pollenbelastung am geringsten?

Allgemein ist die Pollenbelastung in den Bergen und am Meer am geringsten. Am Meer sorgt der Wind für eine pollenarme Luft. In den Bergen ist die Pollenkonzentration ab einer Höhe von rund 1.500 Metern gering. Die meisten Pollen schaffen es nicht so hoch hinauf. Ausserdem ist die Vegetation in der Höhe nicht mehr so üppig und es sind weniger Pflanzen vorhanden. Somit ist Meer- oder Bergluft bei Heuschnupfen oft wirklich besser und viele berichten von einer spürbaren Linderung ihrer Symptome.  Sie können bei Heuschnupfen meist besser durchatmen.

Welche Heuschnupfen-Medikamente soll ich in den Urlaub mitnehmen?

Packen Sie Medikamente in Ihre Reiseapotheke, die Sie bereits verwendet haben. Testen Sie im Urlaub keine neuen Arzneien, die Sie noch nicht kennen. Eine gute Hilfe bei Heuschnupfen sind Antihistaminika, die es zum Beispiel als Augentropfen, Nasenspray oder Tabletten gibt. Auch Medikamente mit Kortikosteroiden („Kortison“) können die Symptome bei Heuschnupfen dämpfen. Nehmen Sie ausreichende Mengen an Medikamenten mit und denken Sie auch an die Packungsbeilage.

Was tun bei starken Heuschnupfen-Beschwerden im Ausland?

Trotz einer noch so guten Reiseplanung, der Wahl einer pollenarmen Urlaubsregion und Medikamenten im Reisegepäck: Manche entwickeln im Urlaub im Ausland auch stärkere Beschwerden. In allen Ländern Europas gibt es Apotheken, in denen Sie sich beraten lassen können. Nehmen Sie auf Reisen die Beipackzettel der Medikamente mit, die Sie anwenden. Bei starken Beschwerden gilt immer: einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Wenn Sie in einem Hotel sind: Das Personal verfügt meist über Adressen von Arztpraxen.

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