Schmerzen
Was Sie gegen Schmerzen tun können
Mit Schmerzen bekommt fast jeder Mensch mit Lauf seines Lebens zu tun. Sie lassen sich beschreiben als „unangenehmes Gefühls- und Sinneserlebnis“. Schmerzen sind aber keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom und ein Alarmsignal dafür, dass irgendwo im Körper etwas nicht stimmt. Schmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben, zum Beispiel eine Entzündung oder Verletzung. Auch können Schmerzen mit weiteren Symptomen einhergehen, beispielsweise mit Fieber bei einer Grippe.
Welche Schmerzen sind häufig?
Schmerzen können im Prinzip jeden Bereich des Körpers betreffen. Besonders häufig kommen vor:
- Kopfschmerzen, z.B. Spannungskopfschmerzen, Migräne
- Rückenschmerzen, z.B. durch Verspannungen, Fehlhaltungen, Fehlbelastungen, Bandscheibenvorfall, Hexenschuss
- Nackenschmerzen, z.B. wegen Fehlhaltungen bei der Arbeit am PC
- Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen, z.B. bei Arthrose oder rheumatoider Arthritis
- Gliederschmerzen, z.B. bei Grippe oder Erkältung
- Regelschmerzen (Menstruationsschmerzen)
- Bauchschmerzen, z.B. bei Magen-Darm-Infektionen
- Magenschmerzen, z.B. durch Stress oder falsche Ernährung
- Zahnschmerzen, z.B. bei Karies, Wurzelkanalentzündung
Das Bundesamt für Statistik (BfS) in der Schweiz nennt einige Zahlen zur Häufigkeit verschiedener Schmerzen bei Männern und Frauen unter Bezug auf die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB, veröffentlicht 2023):
- Rücken- oder Kreuzschmerzen: 6,3% der befragten Männer gaben an, „stark“ und 33,8% „ein bisschen“ unter Rücken- oder Kreuzschmerzen zu leiden. Bei Frauen waren diese Schmerzen noch weiter verbreitet: 10% litten „stark“ und 39,9% „ein bisschen“ darunter.
- Schmerzen in Schultern, Nacken und Armen: 5,3% der Männer (stark) und 28,9% (ein bisschen). Frauen: 10,4% (stark) und 34,7% (ein bisschen).
- Kopfschmerzen: 4,3% der Männer (stark) und 22% (ein bisschen). Frauen: 8,7% der Frauen (stark) und 30,4% (ein bisschen).
Schmerzen können auch von dem Ort der Entstehung in andere Körperregionen ausstrahlen. So werden zum Beispiel Regelschmerzen auch oft zusätzlich als Rückenschmerzen wahrgenommen. Und Schmerzen im Nacken oder in der Schulter können in den Kopf ausstrahlen und Kopfschmerzen auslösen.
Akute und chronische Schmerzen
Ausserdem unterscheiden Ärztinnen und Ärzte akute und chronische Schmerzen, die verschiedene Ursachen haben und unterschiedlich lang andauern können:
- Akute Schmerzen: Häufige Auslöser von akuten Schmerzen sind Knochenbrüche, Wunden (z.B. Schnittwunden, Operationswunden) oder andere Gewebeschäden (z.B. durch Hitze oder Kälte). Akute Schmerzen setzen direkt nach dem auslösenden Ereignis ein, zum Beispiel nach einem Schnitt in den Finger mit einem scharfen Messer. Sie vergehen in der Regel wieder, wenn die Ursache beseitigt ist (z.B. der Schnitt oder die Wunde verheilt ist). Allerdings kann ein akuter Schmerz in manchen Fällen auch chronisch werden. Ärztinnen und Ärzte sprechen von einer „Chronifizierung“.
- Chronische Schmerzen: Sie halten sechs Monate und länger an beziehungsweise kehren immer wieder. Chronische Schmerzen können die Lebensqualität und das körperliche und seelische Wohlbefinden massgeblich beeinflussen. Die Ursachen für chronische Schmerzen können zum Beispiel Krankheiten wie eine Arthrose („Gelenkverschleiss“), Migräne oder eine Krebserkrankung sein.
Schmerzen können sich ganz unterschiedlich anfühlen. Der „Schmerzcharakter“ kann zum Beispiel pochend, stechend, bohrend, dumpf oder brennend sein. Zudem ist das Schmerzempfinden individuell sehr verschieden sein. Manche Menschen empfinden Schmerzen stärker als andere Personen. Die Schmerzwahrnehmung ist also immer subjektiv.
Schmerzen – was tun?
Ob Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen oder Gliederschmerzen – Schmerzen sind sehr unangenehm und können das Wohlbefinden und die Lebensfreude empfindlich stören. Die meisten Menschen fragen sich deshalb bei Schmerzen: Was hilft und wie werde ich die Schmerzen schnell wieder los? Es gibt verschiedene Behandlungen bei Schmerzen. Häufig eingesetzt werden Schmerzmedikamente, die Schmerzen meist schnell und wirkungsvoll bekämpfen.
Einige Tipps vorab:
- Wichtig ist es, dass Sie für Ihre Schmerzen das passende Schmerzmittel verwenden. Welches Schmerzmittel in Frage kommt und in welcher Dosierung Sie es einsetzen sollten, hängt von der Art und Intensität Ihrer Schmerzen ab.
- Lassen Sie sich in Ihrer Arztpraxis oder in der Apotheke vor Ort ausführlich informieren und beraten.
- Viele Schmerzmittel in niedriger Dosierung sind ohne Rezept erhältlich.
- Manche Präparate enthalten eine Kombination von Wirkstoffen, die dem Schmerz gemeinsam an der Wurzel packen.
Einige Beispiele für häufig eingesetzte Schmerzmittel (Analgetika):
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Beispiele für Wirkstoffe aus dieser Gruppe sind Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) oder Diclofenac. NSAR lindern nicht nur die Schmerzen, sondern wirken zusätzlich entzündungshemmend und fiebersenkend. Deshalb kommen sie oft bei einer Grippe, Corona-Infektion (SarsCoV2) oder Erkältung zum Einsatz, die mit Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Fieber einhergehen.
- Nicht-Opioid Analgetika, z.B. Paracetamol (wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend)
- Opioide: Dies sind stärkere Schmerzmittel, die nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich sind.
Die Schmerztherapie richtet sich in der Regel nach dem Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Daneben gibt es auch pflanzliche Schmerzmittel, die Schmerzen bekämpfen können, zum Beispiel Muskel- und Gelenkschmerzen. Beispiele sind Arnika, Beinwell oder Campher, die schmerzstillende Wirkstoffe enthalten. Erhältlich sind Präparate mit pflanzlichen Wirkstoffen in der Apotheke, Drogerie und im Internet-Fachhandel. Es gibt sie zum Beispiel als Salbe oder Gel zum Auftragen auf die schmerzende Körperstelle.
Tipps und Hausmittel bei Schmerzen
Schmerzen lindern können Sie zudem mit einigen einfachen Tipps und Hausmitteln:
- Bei Kopfschmerzen geben Sie ein wenig Pfefferminzöl auf Ihre Stirn, Schläfen und den Nacken. Auch ein Spaziergang an der frischen Luft kann Kopfschmerzen bessern.
- Bei Rückenschmerzen können Sie ein warmes Vollbad nehmen. Wärme gilt als bewährtes Hausmittel bei Schmerzen. Sie entspannt die Muskulatur und fördert die Durchblutung.
- Bei akuten Schmerzen aufgrund einer Zerrung oder Verstauchung kann dagegen Kälte helfen, z.B. kalte Umschläge oder ein Cold-and-Hot-Pack aus dem Eisschrank (unbedingt in Handtuch einwickeln!).
- Bei Regelschmerzen empfinden viele Frauen Wärme als wohltuend. Wärme zuführen können Sie zum Beispiel über eine Wärmflasche, ein warmes Kirschkernkissen, ein Wärmepflaster oder einen Wärmegürtel. Auch ein heisser Tee kann bei Menstruationsschmerzen gut tun.
- Bei einem schmerzhaften Muskelkater helfen meist Schonung und Ruhe. Auch Wärme oder ätherische Öle können schmerzenden Muskeln helfen.
- Bei Spannungsschmerzen, zum Beispiel Spannungskopfschmerzen oder Nackenschmerzen, können Bewegung, Sport, Entspannungsübungen sowie Dehnungs- und Kräftigungsübungen für die jeweiligen Muskelpartien hilfreich sein.
Zahnschmerzen können Sie vorübergehend mit Hilfe von Nelken lindern. Allerdings sollten Sie bei Zahnschmerzen immer zeitnah Ihre Zahnarztpraxis aufsuchen und die Ursache beseitigen lassen. Sonst kommen die Zahnschmerzen nämlich immer wieder.
FAQ: Schmerzen – was tun?
Rund um das Thema „Schmerzen“ gibt es viele Fragen. Wir haben Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) gefunden:
Was hilft gegen ganz starke Schmerzen?
Bei sehr starken Schmerzen sollten Sie immer umgehend eine Arztpraxis aufsuchen und die Ursachen abklären lassen. Starke Schmerzen können zum Beispiel bei einer Nierenkolik, einem Knochenbruch oder einem Hexenschuss vorkommen. Bei sehr starken Schmerzen kommen meist zunächst Schmerzmittel zum Einsatz. Je nach Ursache sind meist weitere Behandlungen nötig.
Wie kann man am besten Schmerzen aushalten?
Es gibt einige Mittel und Massnahmen, um Schmerzen besser aushalten und bewältigen zu können. Dazu gehören zum Beispiel die Anwendung von Wärme oder Kälte, Entspannungs- und Atemübungen, Yoga oder Meditation. Auch psychologische Verfahren können bei der Schmerbewältigung hilfreich sein und bei einem bessren Umgang mit Schmerzen helfen. Wichtig ist es aber immer, der Ursache Ihrer Schmerzen auf den Grund zu gehen und diese ausreichend ärztlich behandeln zu lassen.
Was reduziert Schmerzen?
Schmerzen können Sie mit verschiedenen Massnahmen reduzieren. Beispiele: Bewegung, Entspannung, Wärme, Kälte, pflanzliche Schmerzmittel (z.B. Arnika, Beinwell) in Form von Salbe oder Gels. Wie auch mit Schmerzmedikamenten wie Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): dazu zählen bewährte und häufig eingesetzte Wirkstoffe wie Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure (ASS).
Soll man Schmerzen besser aushalten oder sofort eine Tablette nehmen?
Leichte Schmerzen können oft durch Abwarten und andere Massnahmen gemildert werden. Bei stärkeren oder entzündungsbedingten Schmerzen ist es jedoch sinnvoll, frühzeitig Schmerzmittel zu nehmen, um Komplikationen zu vermeiden. Sprechen Sie im Zweifel mit einem Arzt oder Fachperson, um die richtige Strategie zu finden. Falls Sie Schmerzmittel anwenden, dann besser sofort. Ein Grund ist, dass das „Schmerzgedächtnis“ aktiv wird, wenn Schmerzen längere Zeit anhalten. Es speichert Schmerzerfahrungen ab. Manche erleben später sogar dann Schmerzen, wenn es überhaupt keinen Schmerzauslöser gibt.